Die Bährsche Regel
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Hier gibt es die Analyse zum Nachspielen am Bildschirm und als PGN für den DownloadSo ziemlich jeder hat das im Blitzen schon mal auf dem Brett gehabt: Ein Bauernendspiel mit einem freien Mehrbauern irgendwo auf dem Brett und am Rand zwei sich gegenseitig blockierende Bauern. Normalerweise ist nun zählen angesagt: Schafft man es noch rechtzeitig, den gegnerischen König von der rettenden Ecke fern zu halten oder nicht?
Diese Rechnerei kann man sich jedoch ganz einfach sparen, wenn man die so genannte "Bährsche Regel" kennt. Sie besagt Folgendes:
In einem Endspiel mit sich blockierenden Randbauern und einem Freibauern gewinnt die stärkere Seite (bei ansonsten "normaler", nicht direkt Gewinn versprechender Königsstellung in unmittelbarer Nähe des Freibauern) immer wenn
- ihr Randbauer die 4. Reihe überschritten hat oder
- ihr Freibauer eine gedachte Linie noch nicht überschritten hat, die - ausgehend vom Randbauern der schwächeren Partei - zwei Felder diagonal nach hinten (also bis zur c- oder f-Linie) und dann diagonal nach vorne bis zum Brettrand gezogen wird.
Das hört sich zunächst einmal völlig unverständlich an, wird aber schnell klar, wenn man sich einmal ein praktisches Beispiel dazu ansieht.Im Diagramm links ist die "Gewinnlinie" entlang der Diagonalen a5-c7 und c7-h2. Da der weiße Bauer gerade noch auf dieser Linie steht, müsste die Stellung für Weiß gewonnen sein. Und tatsächlich:
1.Ke3 1.g4+?? remisiert nur: Kg5 2.Kg3 Kg6 3.Kf4 Kf6 4.Ke4 Kg5 5.Kd5 Kxg4 6.Kc5 Kf5 7.Kb5 Ke6 8.Kxa5 Kd7 9.Kb6 Kc8 und Schwarz kommt gerade noch rechtzeitig Kg4 2.Kd4 Kxg3 3.Kc4 Kf4 4.Kb5 Ke5 5.Kxa5 Kd6 6.Kb6 und Weiß gewinnt
Eine äußerst praktische Regel, mit der man sich eine Menge Abzählarbeit erspart. Mit ihrer Hilfe lässt sich beispielsweise in der folgenden Stellung der (einzige) weiße Gewinnzug sehr leicht finden:
Gemäß der Bährschen Regel steht der weiße g-Bauer zu weit vorne für einen Sieg, jedoch...1.a5! beruft sich erfolgreich auf den ersten Teil der Regel, demzufolge ein Randbauer auf der 5. Reihe immer gewinnt. Wäre dagegen Schwarz am Zug, würde er mit 1...a5! (und nur damit) das Remis halten. Nach 1...Kf6 2.Kg3 Kg5 3.Kf3 Kg6 4.Ke4 Kg5 5.Kd5 Kxg4 6.Kc6 Kf5 7.Kb6 Ke6 8.Kxa6 Kd7 9.Kb7 kommt Weiß gerade noch rechtzeitig nach b7.
Stehen die Randbauern weiter unten (aus Sicht der stärkeren Partei), verschiebt sich die Bährsche Gewinnlinie entsprechend ebenfalls. Im Diagramm links würden ein weißer g- oder h-Bauer schon nicht mehr gewinnen, während ein Bauer auf e3 gerade noch den Sieg verspricht:1.Ke2 Ke4 2.Kd2 Ke5 3.Kc3 Ke4 4.Kb3 Kxe3 5.Kxa3 Kd4 5.Kb4 mit leichtem Gewinn


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