Zum Auftakt und sozusagen der "offiziellen Eröffnung" der 6-monatigen Trainingsphase auf den
Weltrekordversuch im Blindsimultan spielte Marc am Freitag ein kleines Blindsimultan an 8 Brettern gegen eine durch den Giengener Frank Jarchov ergänzte Sontheimer Auswahl. Geplant waren hauptsächlich Spieler der 2. Mannschaft als Kontrahenten, doch leider konnte dies wegen beruflicher und privater Verpflichtungen nicht realisiert werden, so dass aus der Landesligatruppe lediglich Jochen Wegener, Günter Ott und Anton Schmid mit von der Partie waren. Doch das hieß noch lange nicht, dass der Wettkampf dadurch zum Spaziergang für Marc werden würde; vielmehr gingen fast alle Partien über die volle Distanz und wurden oftmals erst im Endspiel entschieden. Am Ende siegte Marc mit 7:1 bei einer Niederlage gegen Jochen Wegener: In einem ausgeglichenen Endspiel schlug der "Blindsimulant" die Dame mit der falschen Figur zurück, was nach einem teuflischen Zwischenschach einen Läufer kostete.
Zum Spielverlauf in Einzelnen:
Brett 1:
In den ersten 5 Zügen wiederholten Frank und Marc ihre Partie vom Europarekord im November 2010, ehe Frank mit 5...Le7?! abwich. In der Folge geriet Frank zwar etwas unter Druck, doch die Stellung blieb, typisch für das bocksolide Caro-Kann, ziemlich geschlossen, so dass sich Marc schwer tat, einen Durchbruch zu erzwingen. Letztlich brachte eine Abwicklung ins Endspiel die Entscheidung, wonach Schwarz einen Bauern verlor und die weißen FIguren entscheidend eindringen konnten.
Brett 2:
Jochen versuchte, den Blindsimultanspieler mit einem Budapester Gambit zu überraschen, was Marc - zunächst einmal - sehr freute, denn gegen diese Eröffnung hat er mit Weiß immer sehr gute Resultate erzielt. Die Partie verlief lange Zeit in ausgeglichenen Bahnen, doch am Ende reichte ein unkonzentriertes, falsches Zurückschlagen der gegnerischen Dame, um Jochen die Möglichkeit zu einem tödlichen Turmschach zu geben, das eine Figur und damit die Partie kostete.
Brett 3:
Neuzugang Francesco Petitto unterlief in einer Englischen Eröffnung ein Fingerfehler, als er die weiße Dame auf g7 eindringen ließ. Als Folge erhielt Weiß starken Angriff, der im Gewinn von Qualität und 2 Bauern resultierte. Danach musste Marc nur noch alles abtauschen und nach dem Rückopfer der Qualität blieben 2 Mehrbauern im reinen Bauernendspiel übrig.
Brett 4:
Günter entpuppte sich als der erwartet schwere Gegner, der sich in einer Art Katalanisch zunächst sehr solide aufbaute. Doch kurz darauf wurde die Partie durch einen Bauernvorstoß des Weißen im Zentrum verschärft, wonach Günter einen Moment unaufmerksam war und plötzlich seinen vorgepreschten Springer in der Falle vorfand - er hatte kein Rückzugsfeld mehr und ging verloren. Zwar erhielt Günter danach noch Zockchancen gegen die etwas gelockerte weiße Königsstellung, doch letztlich setzte sich der weiße Materialvorteil durch.
Brett 5:
Thomas Marianek versuchte es gegen Marc mit der Harardeur-Taktik - bereits nach wenigen Zügen opferte er einen Läufer auf f2, um gegen den entblößten weißen König zum Angriff zu kommen. Zu Thomas' Leidwesen war das Opfer jedoch allzu inkorrekt, um echte Erfolgschancen zu versprechen.
Brett 6:
In einem angenommenen Damengambit opferte Marc zunächst einen Bauern für Entwicklungsvorsprung, wonach sich Nathanael umsichtig hätte entwickeln müssen, um gut aus der Eröffnung zu kommen, doch er spielte etwas zu aktiv und übersah dabei einen Einschlag auf f7, der zwei Bauern und die Qualität kostete. Das entstandene Endspiel war danach nicht mehr zu halten.
Brett 7:
Nachdem die Partie als Englische Eröffnung begann, landeten die Kontrahenten mit Zugumstellung plötzlich in einem Morra-Gambit mit vertauschten Farben. Was es nicht alles gibt....jedenfalls wählte Marc hier wohl nicht den glücklichsten Aufbau und kam nach einem starken Qualitätsopfer von Anton mächtig unter Druck. Anton gelang es, die weiße Königsstellung aufzureißen und einen Springer auf f3 zu verankern. Marc verteidigte sich, so gut es ging und die Partie blieb lange Zeit auf Messers Schneide, ehe Anton ein inkorrektes Figurenopfer brachte, wonach die Damen getauscht wurden und dem Schwarzen nur noch sein Materialdefizit verblieb.
Brett 8:
Jugendspieler Tilman Gmelin landete über Zugumstellung in einem Grünfeld-Inder im Anzug und hielt die Partie zunächst ausgeglichen, doch ein falscher Springerzug an den Brettrand brachte ihn auf die Verliererstraße, denn das Pferd hatte keinen Rückweg mehr und ging kurz darauf verloren.
Nach diesem "Aufgalopp" möchte Marc noch eine Schippe drauflegen und eine Auswahl von Sontheim 1 und 2 herausfordern. Termin ist voraussichtlich irgendwann im Juni; wer mitspielen kann/möchte, kann sich über die Kommentarfunktion schon mal einen Platz sichern.
| Brett |
Weiß |
- |
Schwarz |
TWZ |
Ergebnis |
| 1 |
Lang |
- |
Frank Jarchov |
1329 |
1 - 0 |
| 2 |
Lang |
- |
Jochen Wegener |
1622 |
0 - 1 |
| 3 |
Lang |
- |
Francesco Petitto |
1349 |
1 - 0 |
| 4 |
Lang |
- |
Günter Ott |
1710 |
1 - 0 |
| 5 |
Lang |
- |
Thomas Marianek |
1025 |
1 - 0 |
| 6 |
Lang |
- |
Nathanel Häußler |
1542 |
1 - 0 |
| 7 |
Lang |
- |
Anton Schmid |
1705 |
1 - 0 |
| 8 |
Lang |
- |
Tilman Gmelin |
1064 |
1 - 0 |
| Gesamt |
1418 |
7 - 1 |