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Blindsimultan

Blinder und Blindes

News - Blindsimultan
Gestern fand in Sontheim ein Vergleichskampf Marc Lang gegen eine Auswahl aus erster bis dritter Mannschaft im Blindsimultan an 7 Brettern statt, der mit einem Unentschieden endete. Nochmals meinen herzlichen Dank an alle, die meinetwegen diesen sonnigen Samstagnachmittag geopfert haben. Den Bericht dazu könnt Ihr hier nachlesen: http://www.blindsimultan.de/schachblog-2011/blame-it-on-the-wheatherman . Bitte nicht wundern, dass keine Partien dabei sind, aber ich will so kurz vor dem Event keine Details mehr öffentlich machen :-).

Darüber hinaus habe ich sehr widerwillig, aber aufgrund jüngster Ereignisse leider notwendigerweise Stellung genommen zu den Anfeindungen und Beleidigungen gegen mich auf der deutschsprachigen Wikipedia. Diese werden voraussichtich noch ein juristisches Nachspiel für den Poster haben, der uns und mir nunmehr schon seit fast einem Jahr Knüppel zwischen die Beine wirft. Eine Zusammenfassung der Geschichte findet Ihr hier: http://www.blindsimultan.de/schachblog-2011/blindfold-stalking

 

Hurra - wir haben den Weltrekord!

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Unser Spitzenspieler FIDE-Meister Marc Lang erzielte in Sontheim auf dem Straßenfest 2011 den Weltrekord, indem er 60 Partien Blindschach hintereinander spielte. Er startete nachmittags um 12:00 Uhr und beendete die letzte Partie mit einem Remis gegen den stellvertretenden Vorsitzenden Helmut Buck Sonntagnacht um 3:03 Uhr! Er gewann 50 ½ zu 9 ½ gegen eine Sontheimer Auswahl, die vom Hobbyspieler bis hin zum Oberligisten reichte. Die Bedenkzeit betrug jeweils 2 x 5 Minuten sowie jeweils 5 Sekunden Bonizeit pro Zug für beide Kontrahenten. Marc sah nur ein leeres Brett, die Gegner und das Publikum die jeweils aktuellen Positionen. Er löste damit den seit 1961 weltweit anerkannten Rekord des belgisch-amerikanischen Schachgroßmeisters George Koltanowski ab.


Der Deutsche Schachbund anerkannte bereits am Sonntagvormittag den Weltrekord via seiner Homepage und DPA-Meldungen! Ersten Internetauswertungen zufolge gab es weltweit permanent abertausende von Zugriffen auf die Partien und deren Verlauf. Herzlichen Glückwunsch Marc! Herzlichen Dank an alle unsere Mitglieder, deren Familienangehörigen und unsere zahlreichen Freunde und Unterstützer, die durch ihr Wirken diese Leistungen mit begleiteten. Die Teilnehmer auf dem Bild der Anzeige sind übrigens von Dutzenden Straßenfest- und Weltrekordhelfern nur noch die, die um 3:03 Uhr ff. noch im Einsatz waren. Sonst wäre das Gruppenfoto natürlich deutlich größer geworden.

Der Schachklub wird alles unternehmen, den für den 26.-27.11.2011 in der Sontheimer Gemeindehalle geplanten 2. und auch etwas anderen Weltrekordversuch an 46 Brettern gegen 46 Gegner professionell vorzubereiten. Doch für heute gilt erst mal sich gemeinsam mit unserem Marc Lang über seinen und letztlich auch unseren 1. Weltrekord zu freuen und fröhlich zu feiern!

Hier gibt es Marc Bericht, alle Partien sowie Fotos von der Veranstaltung

 

Erster Weltrekord geknackt

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Nach rund 4 Stunden Schlaf bin ich zwar körperlich anwesend, aber noch nicht zu einem ausführlichen Bericht in der Lage. Trotzdem hab ich zumindest eine kleine Zusammenfassung schon mal auf die Veranstaltungsseite gesetzt, ich hoffe, heute Abend reicht die Luft für etwas mehr und v.a. für einen kleinen, mit Partien gewürzten Erlebnisbericht. Jedenfalls ist der Weltrekord Koltanowskis, der 1961 56 Blind-Blitzpartien nacheinander spielte, nach 14 Stunden gefallen. Am Ende gewann ich den Wettkampf mit 50,5:9,5 (+45 =11 -4), was mich in der Höhe wirklich sehr überrascht hat.

Bericht auf der Blindsimultan - Homepage

Nachtrag:
Ich habe jetzt die Partien den Spielern zugeordnet und hochgeladen, kommentiert sind sie aber noch nicht (mache ich bei der einen oder anderen aber auf alle Fälle noch); wer will, kann sie hier schon mal nachspielen

 

Was lange währt...

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Der neue Öffentlichkeitsreferent des DSB (hoffentlich heißt das auch wirklich so, ich bin jetzt ehrlich gesagt zu faul, das nachzuschlagen), Raymund Stolze, hat mich gebeten, bis zum Weltrekordversuch im Blindsimultan eine Art "Countdown-Blog" zu schreiben, dessen Beiträge so alle 2-4 Wochen auf der Homepage des DSB veröffentlicht werden. Kaum zu glauben, wenn man die Vorgeschichte kennt, aber offenbar haben so manche Personalwechsel im DSB demselben extrem gut getan. Hier findet Ihr den 1. Teil des Blogs; der nächste erscheint voraussichtlich ca. 1 Woche nach dem Weltrekordversuch im "60-Partien-in-Folge-blind-blitzen" am 16.07. ab 12 Uhr auf dem Sontheimer Straßenfest.

 

7:1 zum Auftakt der Trainingsphase

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Zum Auftakt und sozusagen der "offiziellen Eröffnung" der 6-monatigen Trainingsphase auf den Weltrekordversuch im Blindsimultan spielte Marc am Freitag ein kleines Blindsimultan an 8 Brettern gegen eine durch den Giengener Frank Jarchov ergänzte Sontheimer Auswahl. Geplant waren hauptsächlich Spieler der 2. Mannschaft als Kontrahenten, doch leider konnte dies wegen beruflicher und privater Verpflichtungen nicht realisiert werden, so dass aus der Landesligatruppe lediglich Jochen Wegener, Günter Ott und Anton Schmid mit von der Partie waren. Doch das hieß noch lange nicht, dass der Wettkampf dadurch zum Spaziergang für Marc werden würde; vielmehr gingen fast alle Partien über die volle Distanz und wurden oftmals erst im Endspiel entschieden. Am Ende siegte Marc mit 7:1 bei einer Niederlage gegen Jochen Wegener: In einem ausgeglichenen Endspiel schlug der "Blindsimulant" die Dame mit der falschen Figur zurück, was nach einem teuflischen Zwischenschach einen Läufer kostete.

Zum Spielverlauf in Einzelnen:

Brett 1:
In den ersten 5 Zügen wiederholten Frank und Marc ihre Partie vom Europarekord im November 2010, ehe Frank mit 5...Le7?! abwich. In der Folge geriet Frank zwar etwas unter Druck, doch die Stellung blieb, typisch für das bocksolide Caro-Kann, ziemlich geschlossen, so dass sich Marc schwer tat, einen Durchbruch zu erzwingen. Letztlich brachte eine Abwicklung ins Endspiel die Entscheidung, wonach Schwarz einen Bauern verlor und die weißen FIguren entscheidend eindringen konnten.

Brett 2:
Jochen versuchte, den Blindsimultanspieler mit einem Budapester Gambit zu überraschen, was Marc - zunächst einmal - sehr freute, denn gegen diese Eröffnung hat er mit Weiß immer sehr gute Resultate erzielt. Die Partie verlief lange Zeit in ausgeglichenen Bahnen, doch am Ende reichte ein unkonzentriertes, falsches Zurückschlagen der gegnerischen Dame, um Jochen die Möglichkeit zu einem tödlichen Turmschach zu geben, das eine Figur und damit die Partie kostete.

Brett 3:
Neuzugang Francesco Petitto unterlief in einer Englischen Eröffnung ein Fingerfehler, als er die weiße Dame auf g7 eindringen ließ. Als Folge erhielt Weiß starken Angriff, der im Gewinn von Qualität und 2 Bauern resultierte. Danach musste Marc nur noch alles abtauschen und nach dem Rückopfer der Qualität blieben 2 Mehrbauern im reinen Bauernendspiel übrig.

Brett 4:
Günter entpuppte sich als der erwartet schwere Gegner, der sich in einer Art Katalanisch zunächst sehr solide aufbaute. Doch kurz darauf wurde die Partie durch einen Bauernvorstoß des Weißen im Zentrum verschärft, wonach Günter einen Moment unaufmerksam war und plötzlich seinen vorgepreschten Springer in der Falle vorfand - er hatte kein Rückzugsfeld mehr und ging verloren. Zwar erhielt Günter danach noch Zockchancen gegen die etwas gelockerte weiße Königsstellung, doch letztlich setzte sich der weiße Materialvorteil durch.

Brett 5:
Thomas Marianek versuchte es gegen Marc mit der Harardeur-Taktik - bereits nach wenigen Zügen opferte er einen Läufer auf f2, um gegen den entblößten weißen König zum Angriff zu kommen. Zu Thomas' Leidwesen war das Opfer jedoch allzu inkorrekt, um echte Erfolgschancen zu versprechen.

Brett 6:
In einem angenommenen Damengambit opferte Marc zunächst einen Bauern für Entwicklungsvorsprung, wonach sich Nathanael umsichtig hätte entwickeln müssen, um gut aus der Eröffnung zu kommen, doch er spielte etwas zu aktiv und übersah dabei einen Einschlag auf f7, der zwei Bauern und die Qualität kostete. Das entstandene Endspiel war danach nicht mehr zu halten.

Brett 7:
Nachdem die Partie als Englische Eröffnung begann, landeten die Kontrahenten mit Zugumstellung plötzlich in einem Morra-Gambit mit vertauschten Farben. Was es nicht alles gibt....jedenfalls wählte Marc hier wohl nicht den glücklichsten Aufbau und kam nach einem starken Qualitätsopfer von Anton mächtig unter Druck. Anton gelang es, die weiße Königsstellung aufzureißen und einen Springer auf f3 zu verankern. Marc verteidigte sich, so gut es ging und die Partie blieb lange Zeit auf Messers Schneide, ehe Anton ein inkorrektes Figurenopfer brachte, wonach die Damen getauscht wurden und dem Schwarzen nur noch sein Materialdefizit verblieb.

Brett 8:
Jugendspieler Tilman Gmelin landete über Zugumstellung in einem Grünfeld-Inder im Anzug und hielt die Partie zunächst ausgeglichen, doch ein falscher Springerzug an den Brettrand brachte ihn auf die Verliererstraße, denn das Pferd hatte keinen Rückweg mehr und ging kurz darauf verloren.

Nach diesem "Aufgalopp" möchte Marc noch eine Schippe drauflegen und eine Auswahl von Sontheim 1 und 2 herausfordern. Termin ist voraussichtlich irgendwann im Juni; wer mitspielen kann/möchte, kann sich über die Kommentarfunktion schon mal einen Platz sichern.

Brett Weiß - Schwarz TWZ Ergebnis
1 Lang - Frank Jarchov 1329 1 - 0
2 Lang - Jochen Wegener 1622 0 - 1
3 Lang - Francesco Petitto 1349 1 - 0
4 Lang - Günter Ott 1710 1 - 0
5 Lang - Thomas Marianek 1025 1 - 0
6 Lang - Nathanel Häußler 1542 1 - 0
7 Lang - Anton Schmid 1705 1 - 0
8 Lang - Tilman Gmelin 1064 1 - 0
Gesamt 1418 7 - 1

 
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